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Kirschenmännla / Kirschenmichl



Im letzten halben Jahr lag mein Blog brach. Zunächst hat man viele andere Dinge zu tun, dann keine Lust zum Schreiben, dann nimmt man sich Woche für Woche vor, wieder zu schreiben, und dann kommt der innere Schweinehund...
Aber jetzt bin ich wieder da! Mit einem Kirschenmännla - passend zu Kirschenzeit.

Das Kirschenmännla oder der Kirschenmichl ist in ganz Süddeutschland, aber ganz besonders in Franken sehr beliebt, ist doch die fränkische Schweiz das größte Süßkirschenanbaugebiet Deutschlands.
Es ist aber auch ein typisches Resteessen: In einen Auflaufteig aus altbackenen Brötchen kommen frische Kirschen hinein.

Kirschenmännla
für 6 Portionen als Hauptmahlzeit


Zutaten:

  • 8 trockene weiße Brötchen (ca. 400g)
  • 600ml lauwarme Milch
  • 50g weiche Butter + 20g Butter
  • 3 Päckchen Vanillezucker
  • 75g Zucker
  • 5 Eier
  • 100g gestiftelte Mandeln
  • 750g entsteinte Kirschen

Zubereitung:
Die Brötchen in dünne Scheiben schneiden und mit der lauwarmen Milch übergießen. 20 Minuten lang einziehen lassen. Die Mandeln in einer Pfanne fettfrei anrösten. Die Eier trennen. 50g Butter, Vanillezucker, Zucker und Eigelb mit einem Rührgerät zu einer hellen, schaumigen Masse verrühren. Die Eimasse und die Mandeln unter die Brötchenmasse rühren. Das Eiweiß zu einem steifen Schnee schlagen und ebenfalls unter die Brötchenmasse rühren. Zum Schluss noch die Kirschen unterheben und die Masse in eine Auflaufform gießen.
20g Butter schmelzen und die Oberfläche des Auflaufs damit bestreichen.
Bei 180° (Ober- /Unterhitze) ca. 45 Minuten lang backen.
Nach dem Backen ein wenig abkühlen lassen. Serviert wird das Kirschenmännla entweder pur oder mit einer Vanillesoße.

Nährwerte:
pro 100g: 179 kcal; 5,6g Eiweiß; 20,5g Kohlenhydrate; 8,1g Fett
pro Portion: 616 kcal; 19,2g Eiweiß; 70,5g Kohlenhydrate; 27,8g Fett
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Blaue Zipfel



Die blauen Zipfel - auch saure Zipfel genannt - sind eine typische fränkische Spezialität, die man am Liebsten im Biergarten genießt.
Sie heißen "blaue" Zipfel, weil sie sich angeblich durch das Kochen im Essig-Sud blau färben. Naja - mit ganz viel gutem Willen kann man da etwas Blaues erahnen.



Blaue Zipfel
für 4 Personen



Zutaten:
  • 300g Zwiebeln
  • 8-12 fränkische Bratwürste
  • 1 Liter Wasser
  • 30 ml Essigessenz
  • 6 Lorbeerblätter
  • 2 TL Wacholderbeeren
  • 1/2 TL weißer, gemahlener Pfeffer
  • 1/2 TL Salz
  • 1 EL Zucker
  • evtl. 200ml Weißwein
Zubereitung:
Die Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. Wasser, Essig, Gewürze, Salz und Zucker in einen Topf geben. Die Zwiebeln darin ca. 20 Minuten lang weich kochen. Den Topf vom Herd nehmen, die Bratwürste hineingeben und 25 Minuten lang ziehen lassen.
Wer möchte, kann gegen Ende den Weißwein hinzugeben und das Ganze nochmals ganz kurz aufkochen.
Serviert werden die blauen Zipfel mit einem schönen fränkischen Brot. 
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Stadtwurst mit Musik


Der Biergarten ruft! Bei diesen sommerlichen Temperaturen hat man keinen großen Hunger. Eine leichte, erfrischende Brotzeit ist da genau das Richtige. Ein typisches Biergartengericht in Franken ist "Stadtwurst mit Musik". Dazu gibt es ein gutes fränkisches Landbrot.
Der Begriff "Musik" bezieht sich auf die Marinade aus Essig, Öl und Zwiebeln. Warum diese aber als "Musik" bezeichnet wird, weiß ich allerdings nicht.
Die Hausmacher Stadtwurst ist eine fränkische Spezialität. Sie ist eine Brühwurst aus Schweinefleisch, das nur grob durchgedreht wurde. Zum Brät kommen viele Gewürze, hauptsächlich Majoran.

Das hier ist dann auch mein Beitrag für das Sommer-Event von Küchenplausch:
heiße Tage - leichte Küche
 
Stadtwurst mit Musik
für 2 Portion



Zutaten:
  • 200g Hausmacher Stadtwurst
  • 1/2 Zwiebel
  • 2 EL Öl
  • 4 EL neutraler Essig
  • 2 EL Wasser
  • 1/4 TL Salz
  • Pfeffer
  • 1 Prise Zucker
Zubereitung:
Die Stadtwurst häuten und in dünne Scheiben schneiden. Die Zwiebel in Würfel schneiden. Öl, Essig, Wasser, Salz, Pfeffer und Salz in einer Schüssel verrühren. Die Zwiebelwürfel und die Wurstscheiben dazugeben. Mindestens 4 Stunden lang im Kühlschrank durchziehen lassen. 
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Eingeschnittene Klöße


Dieses Rezept müsste eigentlich gleich nach dem fränkischen Schäufele kommen. Von den Klößen bleibt meist etwas übrig. Und genau diese übrig gebliebenen Klöße sind die Grundlage für die eingeschnittenen Klöße. Aber um ehrlich zu sein, kann man nicht wirklich von "übrig" bleiben reden, ist doch diese Resteverwertung bei der Mengenplanung fest mit eingerechnet.
Traditionell werden eingeschnittene Klöße mit Zwiebeln, Speck und Eier zubereitet. Es soll aber heute nicht allzu deftig werden, daher lasse ich mal lieber den Speck und die Eier weg. 
Obwohl die eingeschnittenen Klöße auf den ersten Blick sehr kalorienlastig wirken, sind sie es in Wahrheit überhaupt nicht. Wie so oft täuscht hier der erste Eindruck.

Zutaten (für 2 Portionen als Hauptmahlzeit):
  • 900-1000g kalte Klöße
  • 2 Zwiebeln
  • 30g Butterschmalz
  • Salz und Pfeffer
Zubereitung:
Die kalten Klöße schneide ich in Scheiben. Die Zwiebeln werden in kleine Würfel geschnitten. Das Butterschmalz erhitze ich in einer Pfanne und brate die Zwiebeln darin goldgelb an. Die Kloßscheiben werden hinzugegeben und ebenfalls knusprig angebraten. Zum Schluss würze ich alles kräftig mit Salz und Pfeffer.

Nährwerte:
pro 100g: 134kcal; 1,8g Eiweiß; 23,5g Kohlenhydrate; 3,2g Fett
pro Portion: 640kcal; 8,7g Eiweiß; 113,2g Kohlenhydrate; 15g Fett
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Fränkischer Kartoffelsalat


Der 24. Dezember ist - wie auch der gesamte Advent - eigentlich ein Fasttag. Davon ist heute nichts mehr zu merken. Der Advent ist weniger eine Zeit des Fastens als eine Zeit des Zunehmens. Die Fastenzeit beginnt dann an Neujahr, nachdem man an Silvester sich fest vorgenommen hat, nächstes Jahr werde alles anders. Die Fastenzeit endet dann am 2. Januar.
Ein klitzekleiner Rest der Fastentradition ist noch in der in vielen Familien verbreiteten Sitte zu sehen, am Heilig Abend etwas "Kleines" zu essen. Und was ist das in den meisten Familien? Richtig: Würstchen mit Kartoffelsalat.
Der Kartoffelsalat wird in Franken immer ohne Mayonnaise zubereitet. Manche geben noch Speck, oder saure Gurken oder auch Gemüsebrühe hinzu. Am liebsten mag ich den fränkischen Kartoffelsalat aber ganz einfach mit Essig und Öl.

Zutaten (für 4 Portionen):
  • 1 kg Kartoffeln
  • 1 große Zwiebel
  • 45 ml neutrales Öl (z.B. Rapsöl)
  • 75 ml Essig
  • 1 TL Salz und 1/2 TL Pfeffer  
Zubereitung:
Die Kartoffeln werden ungeschält gekocht. Wenn sie fertig sind, nimmt man sie aus dem Wasser und lässt sie auskühlen. Wenn sie kalt sind, werden sie gepellt und in Scheiben geschnitten. Die Zwiebel schneide ich in kleine Würfel und gebe sie zu den Kartoffelscheiben. Der Essig und Salz und Pfeffer kommen dazu. Ich nehme als Essig verdünnte Essig-Essenz. Man vermengt alles gut und lässt alles ein wenig durchziehen. Erst dann kommt das Öl hinzu.
Am Besten schmeckt der Kartoffelsalat, wenn er noch mindestens 8 Stunden durchziehen kann. Natürlich kann man ihn auch sofort essen.

Nährwerte:
pro 100g: 105 kcal; 2g Eiweiß; 14,4g Kohlenhydrate; 4,1g Fett
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Wirsinggemüse


Nach dem Schäufela widme ich mich heute einem weiteren typischen Gericht der fränkischen Küche, dem Wirsinggemüse. Oder wie es auf fränkisch heißt: Wirsching.
Wirsing ist eine Kohlart mit kraus gewellten Blättern. Wirsingemüse dient in der fränkischen Küche hauptsächlich als Beilage zu den verschiedenen Bratengerichten. Aber auch als leichtes Abendessen ist Wirsinggemüse nicht zu verachten.
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Das fränkische Schäufele


Dieses Gericht gibt es nur in Franken!!! Und am allerbesten schmeckt es in Mittelfranken! Nur noch im Badischen kennt man das Schäufele überhaupt. Dort wird es aber gepökelt. Außerhalb des Schäufelelandes wird man beim Metzger vergeblich nach diesem Stück aus der Schweineschulter suchen. Das Besondere ist, dass das Schulterblatt (die "Schaufel") noch mit dran ist. Aus einer Schweineschulter schneidet der Metzger 2-3 Portionen. 
Und nicht zu vergessen das Allerallerbeste am Schäufele: Die Kruste!!!! Dazu wird die Schwarte mit einem Teppichmesser kreuzförmig, im Abstand von 0,5 cm eingeschnitten. 

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